Karlspreis 2010 an Donald Tusk

Der Internationale Karlspreis zu Aachen wird 2010 an den polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk verliehen. Der 52-jährige Politiker werde unter anderem für seinen Einsatz bei der Zustimmung des Lissaboner EU-Vertrags sowie sein Bekenntnis zu den nachbarschaftlichen Beziehungen Polens in Europa gewürdigt. Der neue Sprecher des Karlspreisdirektoriums Jürgen Linden und Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp erklärten, die Verleihung an Tusk sei nach intensiver Diskussion einstimmig beschlossen worden.

«Mit Donald Tusk ehren wir einen mutigen Politiker, dem auch und gerade die Jugend Vertrauen entgegenbringt», so Linden. Tusk habe wichtige Impulse gesetzt, um neu aufkeimenden nationalistischen Tendenzen in Europa entgegenzuwirken. Nachdem 2009 Andrea Riccardi, der Gründer der katholischen Laienorganisation Sant’Egidio, vor allem für sein gesellschaftliches Engagement gewürdigt worden war, stehe bei der Auszeichnung Tusks mit dem Karlspreis diesmal der Vorrang der Politik im Mittelpunkt, sagte Linden. «Wir wollen mit unserer Entscheidung ganz bewusst in den Vordergrund stellen, dass der Karlspreis eine wichtige politische Auszeichnung ist. Die wesentlichen Fortschritte in Europa werden durch die Politik gestaltet.»

Tusk stehe «antieuropäischen, renationalistischen Tendenzen», die es in der jüngeren Vergangenheit in Europa gegeben habe, deutlich entgegen. Er sei wie kaum ein anderer Politiker in der Lage, junge Menschen anzusprechen und ihnen klar zu machen, dass es zum Lissabon-Vertrag keine Alternative gebe. «Wenn Polen in der alten Position verharrt und bei seinem Nein geblieben wäre, gäbe es heute diesen Vertrag nicht. Es war Donald Tusk, der diese Wende geschafft hat und ein Umdenken auch in anderen Staaten bewirkt hat”, betonte Linden.

Mit der Auszeichnung verbinde das Karlspreis-Direktorium die Hoffnung und Erwartung, dass «der Lissabon-Vertrag, der bis jetzt Papier ist, mit Leben gefüllt» werde, sagte Linden. Die Verleihung des 51. Internationalen Karlspreises zu Aachen findet am Himmelfahrtstag, 13. Mai 2010, im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt. Wer die Laudatio halten wird, steht noch nicht fest.

Mit dem Internationalen Karlspreis zu Aachen werden seit 1950 Persönlichkeiten oder Institutionen ausgezeichnet, die sich um Europa und die europäische Einigung verdient gemacht haben. Die Auszeichnung ist mit 5000 Euro dotiert.

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